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[Rezension] Schnee wie Asche

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‘Schnee wie Asche’

von Sara Raasch

Schnee wie Asche #1

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Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit die verwaiste Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit nur einem Ziel vor Augen: die Magie und die Macht von Winter zurückzuerobern. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, den sie verzweifelt liebt. Als Meira Gerüchte über ein verloren geglaubtes Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz der Exilanten, um auf eigene Faust nach dem Medaillon zu suchen. Dabei gerät sie in einen Strude unkontrollierbarer Mächte… (Source: Goodreads.com)

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Ich hatte ein spannendes, atemraubendes High Fantasy-Buch erwartet, aber das habe ich leider nur bedingt bekommen. Der Anfang war meiner Meinung nach richtig klasse mit den Flüchtlingen von Winter, die vereinzelt immer wieder abwechselnd auf Missionen gehen, um eines der zwei berüchtigten Hälften des magischen Medaillons zu bekommen.
Denn vor 16 Jahren wurde das Königreich Winter vom Königreich Frühling angegriffen, die Königin getötet und ihr Magsignie, das magische Medaillon zerstört. Und somit war die Magie für die Winterianer verloren und alle Winterianer wurden versklavt, bis auf ein Paar wenige Flüchtlinge. Unter ihnen befindet sich auch das Waisenmädchen Meira, die gemeinsam mit dem zukünftigen König Mather aufwächst. Aber die beiden Jugendlichen verbindet nicht nur eine lebenslange Freundschaft, sondern es zeigen sich besonders zu Beginn anfängliche Gefühle zwischen ihnen.

Neben den beiden gibt es auch noch die anderen Flüchtlingen, die alle zusammen ein Ziel haben: das Königreich Winter wieder aufleben zu lassen und alle Winterianer zu befreien. Aber dafür brauchen sie Hilfe und zwar von einem der anderen Jahreszeiten- oder einem der Wechselkönigreiche. Wie diese ganze Struktur mit den unterschiedlichen Königreichen und der Magie aussieht, werde ich hier nicht näher erklären, denn das würde jeden Rahmen sprengen. Es sei aber gesagt, dass ich ziemlich lange gebraucht habe, um hinter das System zu blicken. Hier hat die Autorin zu Beginn etwas wenig Info gegeben und einem ziemlich in der Luft hängen lassen.

Die Handlung hat mir vor allem im ersten Drittel sehr gefallen, weil es actionreich war und es mal was Neues war mit der ganzen Spionage und den Missionen. Besonders auch, weil die Hauptfigur Meira so ein mutiger Kindskopf war, der sich nichts gefallen ließ und für ihr Recht für Winter zu kämpfen, alles getan hat. Sie hat sogar den mürrischen Anführer Sir überzeigt, der schon damals der Königin gedient hat. Doch dann gab es eine Wendung in der Handlung mit der ich erstens nicht gerechnet habe und die mir auch weniger gefallen hat. Denn nun finden wir uns in einem Palast in einem fremden Königreich wieder und Meira muss Kleider tragen und andere Dinge tun, statt weiterhin zu kämpfen und im Untergrund zu spionieren. Hier fühlte es sich ein wenige an, wie bei den Büchern von Ciara Cass. ^^

Zum Glück gab es aber dann noch eine dritte Wende, die zwar sehr deprimierend war und bei der ich mich schon gefragt habe, wie Meira da wieder rauskommen soll – die aber wichtig war für die Winterianer, um das Volk kennen zu lernen und auch, damit Meira eine nie gekannte Stärke gewinnt. Meira hat mir eigentlich generell gut gefallen, nur manchmal war sie mir zu ‚mädchenhaft‘ wenn es um Gefühle ging. War ein Kampf oder dergleichen, war sie klasse und hat Stärke gezeigt, aber bei den Jungs und ihren Emotionen hat sie sich wie ein junger Teenager verhalten. Zuerst liebt sie jahrelang Mather und dann trifft sie auf einen anderen hübschen Prinzen und verliebt sich innerhalb weniger Tage. Ich mag keine Liebestriangels und hier hat es auch überhaupt nicht in das Buch gepasst, was die Wertung deutlich gedrückt hat. Ich weiß einfach nicht, warum das immer wieder geschrieben werden muss? Sicher, es gibt Liebesdreiecksbeziehungen, die spannend sind und im Buch funktionieren, aber das tun die wenigsten. Also sollte man aufpassen, wenn man diese verwendet.

Neben Meira mochte ich sehr gerne den Prinzen Theron – schon alleine, weil er Bücher mag und Gedichte schreibt. Bei welcher lesenden Frau geht hier nicht das Herz auf? ^^ Aber ich mochte auch Mather und hätte mir hier gewünscht, wenn er einfach wie ein großer Bruder gewesen wäre, ohne diese Gefühle am Anfang. Dennoch denke ich, dass diese Konstellation womöglich in den nächsten Teilen noch eine Rolle spielen wird. Denn es folgen noch zwei weitere Teile, was mich ehrlich gesagt nach dem Ende etwas gewundert hat. Da dieser Teil für mich gut geendet hat und zwar so, dass ich ihn mir mit einem weiteren zusätzlichen Kapitel, gut auch als Einzelband hätte vorstellen können.

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Das Cover ist einfach nur ein Traum und der Grund, warum ich auch schon das englische Buch lange auf meiner Wunschliste stehen hatte. Ich liebe die Bilder in dem aufgeteilten Yin Yang Symbol und die ganze Harmonie des Covers ist einfach perfekt.

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Ein gutes, mittelmäßig spannendes High Fantasy Jugendbuch, dass eine schöne Weltengestaltung hat, aber bei dem es an manchen Ecken und Kanten für mich nicht ganz funktioniert hat. Vor allem die Emotionen der Figuren waren mir zu wankelmütig. Dennoch eine interessante Geschichte, die ich für jugendliche Leser oder Junggebliebene^^ gerne weiterempfehle.

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3,5 of 5 points – (I really liked it)

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(© Raasch)

Ich reiße mir die schwarze Kappe, die mein Haar bedeckt, vom Kopf und reite geradewegs auf die Brücke über den Fluss Feni zu. Weiße Haarsträhnen fliegen um mein Gesicht, einige sind dunkel vom Unrat der Kloake, aber die meisten flattern frei im Wind. Ein menschlicher Schneesturm, eine wogende weiße Erinnerung daran, dass sie nicht alle Winterianer versklavt haben. Einige von uns sind immer noch am Leben. Einige von uns sind immer noch frei. Und einige von uns sind unserem Wunsch, unser Königreich zurückzugewinnen, eine Medaillonhälfte näher.

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»Deine Anwesenheit beweist, dass es außerhalb von Angras Mauern Leben gibt.«
Sie lächelt der Menge zu.
»Selbst der heftigste Schneesturm beginnt mit einer einzigen Schneeflocke.

 

Ganz liebe Grüße


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#1: Sara Raasch – Schnee wie Asche »»
#2: Sara Raasch – Eis wie Feuer
#3: Sara Raasch – Untitled

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(© goodreads)

 

Sara Raasch:
Sara Raasch has known she was destined for bookish things since the age of five, when her friends had a lemonade stand and she tagged along to sell her hand-drawn picture books too. Not much has changed since then — her friends still cock concerned eyebrows when she attempts to draw things and her enthusiasm for the written word still drives her to extreme measures. Her debut YA fantasy, SNOW LIKE ASHES, the first in a trilogy, came out October 14, 2014 from Balzer + Bray. It does not feature her hand-drawn pictures.
(Source: Goodreads.com)

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Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an:

© Random House

 

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[Rezension] Das Fieber

German Cover

English Cover

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‘Das Fieber’
von Makiia Lucier

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Herbst 1918: Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die Universität? Doch die Gegenwart holt Cleo bald brutal ein. Die Seuche erreicht ihre Heimatstadt: Schulen, Geschäfte, Theater schließen – das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Und die Zahl der Opfer wächst: Nicht Kleinkinder und Alte, sondern vor allem Menschen in der Blüte ihres Lebens sterben. Als das Rote Kreuz freiwillige Helfer sucht, beschließt Cleo, nicht mehr untätig zu sein. Selbst wenn es den Tod bedeuten könnte.
(Source: Königskinder-Verlag)

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Nachdem ihre Eltern sehr früh gestorben sind, lebt Cleo, 17 Jahre alt, bei ihrem viel älteren Bruder Jack und seiner Frau Lucy. Als diese zur Feier ihres Hochzeitstages eine längere Reise unternehmen wollen, muss sie für ein paar Wochen im Internat wohnen. Dort wird sie noch mehr mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, dass sie im Gegensatz zu ihren Freundinnen überhaupt noch keine Ahnung hat, was sie nach der Schule machen soll. Doch bald werden diese Überlegungen vollkommen verdrängt, denn die Spanische Grippe, die doch am Vortag noch unendlich weit weg erschien, wütet nun auch in Portland. Alle Massenversammlungen, auch Schulen, werden verboten und Cleo ist nun allein. Entgegen aller Angst beschließt sie, als Freiwillige beim Roten Kreuz zu helfen…

Dieses Buch, wow! Schon die ersten Seiten, in denen die Spanische Grippe noch gar nicht so präsent war, waren so ergreifend und mitreißend, dass ich es gar nicht aus der Hand legen wollte. Als Cleo dann schließlich beim Roten Kreuz war, wurde es nur noch besser und ich war richtig traurig, dass das Buch nur so kleine Seiten hatte und deshalb viel zu schnell vorbei war.

Cleo ist eine sehr angenehme Protagonistin, weil sie bodenständig ist und sowohl logisch als auch impulsiv handeln kann. Als Leser befindet man sich direkt in ihrem Kopf und kann so alles nachfühlen. Besonders präsent sind da natürlich Hilflosigkeit und Verzweiflung, wenn sie sieht, wie durch die Grippe hunderte Menschen pro Tag erkranken und einige sogar von einem Moment auf den anderen krank werden und ein paar Stunden später bereits tot sind. Aber auch ihr unglaublicher Mut, den sie sich selbst nicht ganz erklären kann, diesen Menschen zu helfen, obwohl sie sich damit doch in eine viel größere Gefahr begibt sich ebenfalls anzustecken, wurde auf eindrucksvolle Weise vermittelt. Cleo wird damit ein ganz vielschichtiger Charakter mit Tiefe.

Neben der tollen Ausarbeitung der Protagonistin sind auch die anderen Charaktere und die Beziehungen zwischen ihnen wunderbar dargestellt. Die freiwilligen Helfer beim Roten Kreuz bilden eine Gruppe aus Verschworenen, lauter gute Engel, die aber auch ständig massiv an sich zweifeln; an ihrer Entscheidung ununterbrochen inmitten so vieler kranker Menschen zu sein, an sich selbst, weil sie nicht allen helfen oder jeden retten können. Selbst Nebencharaktere werden damit vielschichtig und glaubwürdig: Einige flüchten sofort wieder, andere bleiben bis zum bitteren Ende, niemand kann ausschließlich ein guter Engel sein.

Besonders gut gefallen hat mir auch noch die Atmosphäre. Die Autorin schafft es, dass aus jeder Zeile die Hilflosigkeit der Menschen, die Verzweiflung und manchmal auch die Hoffnung herauszufühlen sind. Cleo und ihr Mut freiwillig beim Roten Kreuz zu helfen, ist nämlich nur ein sehr seltener Fall in der Bevölkerung. Andere verstecken sich, trauen sich aus Angst sich anzustecken nicht, kranken Nachbarn zu helfen und lassen diese lieber liegen. Es geht teilweise sogar so weit, dass für den eigenen Ehepartner schnell ein Krankenwagen gerufen wird, um dann zu fliehen, noch bevor dieser eingetroffen ist. Auch sonst lief zu dieser Zeit, mitten im Krieg und mitten in dieser grauenhaften Grippewelle alles drunter und drüber: Läden werden geplündert, Telefonisten verbinden nur Notfälle, Totengräber können der vielen Arbeit nicht nachkommen.

Insgesamt malt Makiia Lucier ein unglaublich mitreißendes und glaubwürdiges Porträt dieser Zeit, das trotz der schweren Kost viel Spaß beim Lesen bereitet hat.

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Ich gebe zu: Pink ist so gar nicht meine Farbe und auch die kleine Krankenschwestern-Armee wirkt, je länger ich das Cover anschaue, immer gruseliger. Allerdings ist die Aufmachung des Buches auch ein ziemlicher Hingucker und hat sofort mein Interesse geweckt. Unter dem Schutzumschlag sind übrigens lauter Rote Kreuze und machen damit das Hardcover zu einem richtigen Schatz.

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Makiia Lucier hat mit ihrem Debütroman “Das Fieber” eine mitreißende, gefühlvolle und wunderbar ausgearbeitete Geschichte geliefert. Das Buch glänzt vor allem durch die glaubwürdigen Charaktere und die eindringliche Atmosphäre. Ich kann es also aus vollem Herzen weiterempfehlen.

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5 of 5 points – (I LOVED it – buy it!)

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(© Lucier)

In den folgenden Wochen sollte ich mir wünschen, vieles anders gemacht zu haben. Meinen Bruder vielleicht umarmt und gesagt zu haben: Ich liebe dich, Jack. […] Aber der Abstand zwischen Rückschau und Vorausschau ist so groß wie der Pazifik.

Die Telefonistin unterbrach uns. »Im Moment sind nur Notrufe erlaubt.« Ihr Tonfall war streng. »Es wurde entschieden, dass dieses Gespräch nicht unseren Anforderungen an einen Notruf entspricht.«

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Liebste Grüße


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Makiia Lucier:
Makiia Lucier ist auf der pazifischen Insel Guam aufgewachsen, hat Publizistik und Bibliothekswissenschaft studiert und lebt heute in dem Universitätsstädtchen Moscow, Idaho. “Das Fieber” ist ihr erstes Buch.
(Source: Königskinder-Verlag)

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Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an:

© Carlsen.de

Testleseaktion im Literaturschock Forum


[Rezension] A Darker Shade of Magic

Tor Books

Titan Books

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‘A Darker Shade of Magic’
von V.E. Schwab

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Kell is one of the last Travelers—rare magicians who choose a parallel universe to visit.
Grey London is dirty, boring, lacks magic, ruled by mad King George. Red London is where life and magic are revered, and the Maresh Dynasty presides over a flourishing empire. White London is ruled by whoever has murdered their way to the throne. People fight to control magic, and the magic fights back, draining the city to its very bones. Once there was Black London—but no one speaks of that now.
Officially, Kell is the Red Traveler, personal ambassador and adopted Prince of Red London, carrying the monthly correspondences between royals of each London. Unofficially, Kell smuggles for those willing to pay for even a glimpse of a world they’ll never see. This dangerous hobby sets him up for accidental treason. Fleeing into Grey London, Kell runs afoul of Delilah Bard, a cut-purse with lofty aspirations. She robs him, saves him from a dangerous enemy, then forces him to another world for her ‘proper adventure’.
But perilous magic is afoot, and treachery lurks at every turn. To save all of the worlds, Kell and Lila will first need to stay alive—trickier than they hoped.
(Source: Goodreads.com)

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Kell ist ein Antari, ein Blutmagier, einer der zwei letzten seiner Art. Diese Magie ermöglicht es ihm, zwischen den Welten hin und her zu reisen. So führen ihn seine Aufträge als königlicher Botschafter von seiner Heimat Red London nach White London und Grey London. Er ist Mitglied der königlichen Familie in Red London, zwar nicht blutsverwandt, aber doch geliebt wie ein zweiter Sohn neben dem Prinzen Rhy. Offiziell überbringt er jeden Monat die Korrespondenz zwischen den Königshäusern, inoffiziell schmuggelt er jedoch immer wieder interessante Waren über die Grenzen. Sein Bruder Rhy hat ihn fast dazu gebracht, dieses Hobby aufzugeben, weil es nicht nur illegal ist, sondern auch gefährlich werden kann, als er einen letzten Auftrag annimmt: Eigentlich soll er nur einen Brief transportieren, doch kaum will er ihn abliefern, bemerkt er, dass er reingelegt wurde und etwas viel schlimmeres über die Grenzen geschmuggelt hat. Auf der Flucht vor seinen Verfolgern trifft er dann auf Lila, eine Diebin, die ihm dann ausgerechnet diesen gefährlichen Gegenstand stiehlt, nicht wissend, dass sie sich damit selbst in Gefahr gebracht hat.

Victoria Schwab scheint an Türen zwischen den Welten Gefallen gefunden zu haben. Schon bei “The Archived” (Rezension von Tina) war dies das Thema und hier ist es das wieder. Während ich es aber bei “The Archived” als recht einseitig empfunden habe, war die Welt hier viel besser, vielseitiger und interessanter umgesetzt. Allein die Vorstellung von verschiedenen Londons fand ich unglaublich toll, die Wirklichkeit in der Geschichte ist sogar noch viel toller. Jedes London ist anders, mit Magie oder ohne, mit gütigen Herrschern oder gewalttätigen, mal hier und mal dort auf der Landkarte zu finden. Der Name “London” ist das einzige, was diese Städte zu verbinden scheint. Vor langer Zeit gab es außerdem ein Black London, das sich mit seiner mächtigen Magie jedoch am Ende selbst zerstört hat. Im Nachhinein wurden alle Artefakte aus dieser Welt zerstört, doch ganz verschwunden scheint diese Stadt doch nicht zu sein.

Glücklicherweise ist das world building in diesem Fantasy-Roman so gut gelungen, man kann im Vergleich zu ihrer “The Archived”-Reihe wirklich eine Verbesserung erkennen. Auch die Handlung war in großen Teilen spannend, logisch und liebevoll aufbereitet. Bei den Charakteren konnte ich allerdings leider keinen Fortschritt spüren. Wie auch bei ihren früheren Werken hatte ich nie das Gefühl, dass sich die Charaktere weiterentwickeln. An sich hat jeder eine interessante Persönlichkeit, doch zum ersten Eindruck kommt leider auch nicht viel hinzu, sodass besonders die Protagonisten schnell durchschaubar werden. So gab es beispielsweise schon recht witzige Dialoge zwischen Kell und Lila, die sich vom Konzept her allerdings irgendwann nur noch wiederholten. (Nebenbei für diejenigen, die es gern wissen wollen: Dies ist keine Liebesgeschichte. ;) ) Auch die Bösen in dieser Geschichte fand ich — naja, einfach zu böse, zu einseitig böse und damit langweilig. Antagonisten können so interessant sein, hier wurde bei den Feinden allerdings nur eine Seite der Medaille gezeigt. Daran musste dann leider auch die Handlung manchmal kranken, da auch diese an einigen Stellen vorhersehbar und am Ende für mein Gefühl viel zu gehetzt wirkte.

“A Darker Shade of Magic” wird wohl noch zwei Fortsetzungsbände haben, dennoch ist es auch möglich dieses Buch als Einzelband zu lesen. Das Ende ist abgeschlossen und hat keinen Cliffhanger, ein paar weitere Abenteuer sind aber dennoch vorstellbar.

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Ich liebe das Cover von TOR einfach abgöttisch. Es ist wunderwunderwunderschön, irgendwie schlicht und doch zeigt es so viel. Besonders amüsiert hat mich hier Kells Mantel, auch so eine faszinierende Facette an diesem Buch. Das Cover von Titan kann dagegen ja nur den Kürzeren ziehen, obwohl es natürlich auch seinen Charme hat, besonders weil es eben die Welt mindestens genauso gut abbildet.

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“A Darker Shade of Magic” ist eine Geschichte, die durch ihr interessantes world building und nicht durch ihre Charaktere besticht. Trotz meiner Kritik an den Charakteren habe ich das Buch jedoch trotzdem ziemlich genossen, weil ich die Welten einfach so gut spüren konnte. Die verschiedenen Londons sind faszinierend und die Autorin zeigt wirklich unglaublich viele Facetten dieser Schauplätze.

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3,5 of 5 points – (I really liked it)

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(© Schwab)

As Travars,” he said. Travel.
This time, the magic listened, and obeyed. The world rippled, and Kell stepped forward through the door and into darkness, shrugging off Grey London like a coat.

The Shadow Thief, they called her. They’d drawn her even taller and thinner than she actually was, stretched her into a wraith, black-clad and fearsome. The stuff of fairy tales. And legends.
Lila winked at the shadow before going in.

“Aren’t you afraid of dying?” he asked Lila now.
She looked at him as if it were a strange question. And then she shook her head. “Death comes for everyone,” she said simply. “I’m not afraid of dying. But I am afraid of dying here.” She swept her hand over the room, the tavern, the city. “I’d rather die on an adventure than live standing still.”

“Sure I do,” countered Lila cheerfully. “There’s Dull London, Kell London, Creepy London, and Dead London,” she recited, ticking them off on her fingers. “See? I’m a fast learner.”

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Liebste Grüße


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#1: A Darker Shade of Magic
#2: A Gathering of Shadows (23. 02. 2016)
#3: Untitled

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Victoria Schwab:
Victoria is the product of a British mother, a Beverly Hills father, and a southern upbringing. Because of this, she has been known to say “tom-ah-toes,” “like,” and “y’all.”

She also tells stories.

She loves fairy tales, and folklore, and stories that make her wonder if the world is really as it seems.
(Source: Goodreads.com)

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[Rezension] Ruf der Vergangenheit

German Cover

English Cover

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‘Ruf der Vergangenheit’

von Nalini Singh

Psy Changeling # 7

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Dev Santos findet eine bewusstlose Frau vor seiner Haustür. Als sie aufwacht, stellt er fest, dass sie eine Mediale ist. Katya hat ihr Gedächtnis verloren. Das Einzige, woran sie sich erinnert, ist der Auftrag, den sie von einem Unbekannten erhalten hat: Sie soll Dev Santos töten. Dieser Auftrag ist ihr so tief ins Bewusstsein eingeprägt, dass es ihre ganze Kraft kostet, sich dagegen zu wehren. Doch was geschieht, wenn sie diesen Kampf irgendwann verliert? Dev entwickelt unerwartet tiefe Gefühle für die hübsche Mediale. Kann er Katya helfen und mit ihr gemeinsam denjenigen finden, der es auf sein Leben abgesehen hat?  (Source: Goodreads.com)

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Eigentlich habe ich mir von dem Buch nicht so viel erwartet, weil ich wusste, dass es dieses Mal nicht über einen Gestaltwandler handelt, sondern über quasi fast zwei Mediale. Dennoch hat Singh es geschafft, mich doch positiv zu überraschen mit einem sehr sturen, kalten, direkten, kontrollsüchtigen männlichen Charakter, der aber genauso zerbrochen ist und noch immer das Herz am rechten Fleck hat. Seine Gegenspielerin ist eine noch zerstörte und gebrochenere Frau, die vieles erleiden musste, aber überlebt hat und sich nicht unterkriegen lässte. Solche Charas liebe ich einfach! :)

Dieser  Teil handelt von dem Netzwerk Shine, das die abtrünnigen Mediale vor mehreren Generationen gegründet haben und nun als ‘die Vergessenen’ bezeichnet werden. Das ist auch der Hauptfaktor um den es neben der Liebesgeschichte geht… außerdem wird in diesem Teil auch noch besser aufgeklärt, wie damals Silentium eingeführt wurde und das Warum, aber gleichzeitig wird auch beleuchtet, welche Nachteile es bringt und warum es sich lohnt, sich dagegen zu entscheiden, um menschlich zu bleiben.

Mir hat dieser Rückblick sehr gut gefallen und hat für mich noch einige ungeklärte Fragen beantwortet. Außerdem mochte ich die Charaktere sehr gerne habe mit ihnen mitgefühlt und wollte ein Happy End für sie.
Auch der Bösewicht wurde gut dargestellt und war so richtig böse, was zu so einem Buch in dieser Reihe einfach gehört. Ich fand diesen Teil von der Handlung her interessanter und spannender als die letzten Teile und bin neugierig, wo uns das noch alles hinführen wird.^^

Wie immer ist der Schreibstil von Singh angenehm und passt zum Genre, auch wenn sie manchmal etwas zu dick aufträgt, aber das gehört irgendwie schon zu ihr und wir sind es ja schon gewöhnt.

Das Ende war ganz nach meinem Geschmack und daher könnt ihr euch schon selbst denken, wie es ausgegangen ist.^^
Ich muss aber zugeben, dass ich zwischenzeitlich schon mit dem Schlimmsten gerechnet habe und uns Singh hier so gut an der Nase herum geführt hat, dass ich sogar ein paar Tränen verdrückt habe. Ganz toll! ♥

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Ich persönlich finde die Cover der Reihe nicht so berauschend, aber immer noch besser als die englischen Versionen. :D

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Eine überraschend gute Handlung und spannende Geschichte mit sympathischen, aber auch gequälten Figuren. Ein weiterer guter Teil von Singh, obwohl meine geliebten Gestaltwandler nur nebenbei eine Rolle gespielt haben und die Mediale ganz klar im Vordergrund standen.

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4,5 of 5 points – (Great, Great, Great)

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Alles Liebe und bis bald

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#0,5: Nalini Singh – An Enchanted Season
# 1: Nalini Singh – Leopardenblut »»
#1,5: Nalini Singh – The Cannibal Princess
# 2: Nalini Singh – Jäger der Nacht »»
# 3: Nalini Singh – Eisige Umarmung »»
#3,5: Nalini Singh – The Magical Christmas Cat
# 4: Nalini Singh – Im Feuer der Nacht »»
#4,5: Nalini Singh – Movie Night
# 5: Nalini Singh – Gefangener der Sinne »»
#5,5: Nalini Singh – A Gift for Kit
# 6: Nalini Singh – Sengende Nähe »»
# 7: Nalini Singh – Ruf der Vergangenheit »»
#7,5: Nalini Singh – A Conversation
# 8: Nalini Singh – Fesseln der Erinnerung
#8,5: Nalini Singh – Burning Up
# 9: Nalini Singh – Wilde Glut
#9,2: Nalini Singh – The Party
#9,5: Nalini Singh – Wolf School
# 10: Nalini Singh – Lockruf des Verlangens
# 11: Nalini Singh – Einsame Spur
#11,5: Nalini Singh – Poker Night
# 12: Nalini Singh – Untitled .
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(© goodreads.com)

Nalini Singh:
She was born in Fiji and raised in New Zealand. She also spent three years living and working in Japan, during which time she took the chance to travel around Asia. She is back in New Zealand now, but she is always plotting new trips. If you’d like to see some of her travel snapshots, have a look at the Travel Diary page. So far, she has worked as a lawyer, a librarian, a candy factory general hand, a bank temp and an English teacher and not necessarily in that order. Some might call that inconsistency but she calls it grist for the writer’s mill. (Source: Goodreads.com)

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[Snapshot] Clockwork Cologne: Magnus

. .Snapshots sind kurz-Rezis zu gelesenen Büchern, die einen Einblick geben sollen, was mir an dem Buch gefallen hat und was nicht, oder ob es empfehlenswert ist.

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‘Der Blaue Tod’
von Susanne Gerdom

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(© Susanne Gerdom)

Meine Meinung:

Lord Magnus Seymour, ein ziemlich abgerissener Kerl, der aufgrund der Blaukrankheit auch noch auf die Droge Engelsblau angewiesen ist, kehrt nach längerer Zeit wieder nach Cöln zurück. Dort erwarten ihn scheinbar aber viel mehr Feinde als Freunde; so wird er beispielsweise direkt nach seiner Ankunft mit Tötungsabsicht angegriffen. So richtig freiwillig ist er allerdings nicht in seine alte Heimat Cöln zurückgekehrt, aber um seinen Plan zu verwirklichen, bleibt ihm keine andere Wahl.

Wir befinden uns hier in einem Steampunk-Setting, das viele spannende Elemente bereithält. Cöln und besonders die Stadt unter der Stadt bieten so einige interessante und noch viel mehr gefährliche Abschnitte. Magnus, der aufgrund seiner Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes durch die Stadt und in allerlei unglaubliche Situationen stolpert, war für mich ein ganz einzigartiger Protagonist. So abgerissen, krank und schwach, von allen als Drogensüchtiger verurteilt, aber dennoch voller Tatendrang, Ehrgefühl und Witz. Auch die anderen Charaktere, die sich wie zwei Pole um Magnus versammeln – die einen scheinen ihn zu hassen, die anderen zu lieben -, sind sehr liebevoll ausgearbeitet. Jeder, wirklich jeder hat in dieser Welt, in diesem Cöln, etwas zu verbergen und seine ganz eigenen Geheimnisse, und es hat mir unglaublich Spaß gemacht darüber zu rätseln. Einige Male habe ich mich ein wenig schwer getan, die vielen Namen und Verbindungen zu sortieren, aber spätestens am Ende fügt sich natürlich alles zusammen. Viele Fragen werden schon in diesem Band beantwortet, für einige andere sollte man unbedingt noch Band 2 lesen.

Insgesamt handelt es sich bei “Der Blaue Tod” um eine rasante und spannungsgeladene Geschichte mit vielen Charakteren, die in Erinnerung bleiben werden. Susanne Gerdom hat die Schicksale der Einzelnen geschickt miteinander verwoben und so nach und nach immer interessantere Verbindungen hergestellt. Diese Geschichte endet mit einem Cliffhanger, doch Band 2 “Das chinesische Mysterium” ist glücklicherweise auch schon erhältlich und mit meiner Meinung zu diesem Buch geht’s jetzt auch gleich weiter. ;)

‘Das Chinesische Mysterium’
von Susanne Gerdom

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(© Susanne Gerdom)

Meine Meinung:

“Das Chinesische Mysterium” schließt direkt an den ersten Band an und kann deshalb natürlich auch nicht einzeln gelesen werden. Da die Geschichten um Magnus aber unglaublich viel Spaß machen, ist das gar kein Problem. Der zweite Band hat mir sogar noch mal besser gefallen als der sowieso schon tolle erste Band.

In diesem Band gibt’s einige neue Settings, neue Orte, die der Leser kennenlernen darf; dazu natürlich eine ganze Menge neuer und unglaublich interessanter Charaktere. Ein großer Teil der Geschichte wird nun auch aus Paulinas Sicht erzählt (und auch ihre so ganz andere Schwester Strix wird nicht vergessen), die sich auf den Weg unter die Unterstadt macht und dort eine ganz besondere Gemeinschaft, den Orden Lux e Tenebris, besucht. Endlich trifft sie dort auf Gleichgesinnte und man darf mehr über die dampfmagische Wissenschaft erfahren sowie auch über die Ursachen, wie die Welt um Cöln so geworden ist, wie sie nun eben ist.
Natürlich geht es auch bei Magnus gewohnt spannend weiter. Scheinbar hat er sich noch mal einen ganzen Haufen mehr Feinde angelacht und nun gilt es, sich vor ihnen zu verstecken, damit er weiter seinen Plänen nachgehen kann. Magnus ist allerdings natürlich immer noch krank und süchtig nach Engelsblau und das macht für ihn alles nur noch schwieriger, aber auch spannender.
Insgesamt geht es bei allen Charakteren verrückt und rasant zu, es gibt Rätsel über Rätsel und natürlich Handlungsstränge, die sich mal wieder immer weiter verknüpfen, oft auch unerwartet. Hat mal wieder unglaublich viel Spaß gemacht und ich freue mich auf Band 3.

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ButtonsZitate

Cöln. Der größte Schwarzmarkt des westlichen Europas. Hier wurden mehr illegale Geschäfte getätigt als in sämtlichen großen Städten dieser Region zusammen. Was er für sein Überleben brauchte, würde er hier finden. Und irgendwo hier in dieser dreckigen, verrußten und versmogten Stadt lebte auch die Magitronikerin, die er aufsuchen musste. Zwei Fliegen mit einer Klappe, Seymour. Vorausgesetzt, du überlebst die nächsten Minuten.
(Der Blaue Tod, Kapitel 1)

Nach einer Weile hörte sie das leise Rauschen von Schwingen und dann landete ein graubrauner Schemen auf ihrer Schulter. »Columbus«, sagte Strix und kraulte den Steinkauz, ihren Namensvetter. »Du warst wieder am Rhein, du stinkst nach Fisch.«
Die großen Augen des Vogels schlossen sich wohlig und er streckte seinen Hals, damit Strix’ Fingernägel möglichst großen Spielraum erhielten. Sie spürte die kleinen Knochen seines Halses unter ihren Fingerspitzen. »Du bist ein Streuner«, sagte sie leise. »Streuner haben es schwer heutzutage …«
Jemand rief leise nach ihr. Sie schien nicht die Einzige zu sein, die in den letzten Nächten keinen Schlaf fand.
(Der Blaue Tod, Kapitel 9)

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ButtonsSerienreihenfolge

Clockwork Cologne ist eine Steampunk-Krimi-Serie, die von drei Autorinnen geschrieben wird. Die einzelnen Reihen widmen sich jeweils anderen Protagonisten und können unabhängig voneinander gelesen werden. Weitere Information, Leseproben und teilweise sogar ganze Kapitel gibt es auf der Webseite der Serie: Clockwork Cologne »»

Clockwork Cologne: Magnus von Susanne Gerdom

#1: Der Blaue Tod
#2: Das Chinesische Mysterium

Clockwork Cologne: Guy Lacroix von Simone Keil

#1: Auf der Jagd nach dem Rosenkranzmörder
#2: In den Klauen des Metamorphen

Clockwork Cologne: Boris & Olga von Selma J. Spieweg

#1: Tod dem Zaren

Alles Liebe

Signatur Cindy


[Rezension] Fangirl

English Cover

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‘Fangirl’
von Rainbow Rowell

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Cath is a Simon Snow fan.
Okay, the whole world is a Simon Snow fan…
But for Cath, being a fan is her life—and she’s really good at it. She and her twin sister, Wren, ensconced themselves in the Simon Snow series when they were just kids; it’s what got them through their mother leaving.
Reading. Rereading. Hanging out in Simon Snow forums, writing Simon Snow fan fiction, dressing up like the characters for every movie premiere.
Cath’s sister has mostly grown away from fandom, but Cath can’t let go. She doesn’t want to.
Now that they’re going to college, Wren has told Cath she doesn’t want to be roommates. Cath is on her own, completely outside of her comfort zone. She’s got a surly roommate with a charming, always-around boyfriend, a fiction-writing professor who thinks fan fiction is the end of the civilized world, a handsome classmate who only wants to talk about words… And she can’t stop worrying about her dad, who’s loving and fragile and has never really been alone.
For Cath, the question is: Can she do this?
Can she make it without Wren holding her hand? Is she ready to start living her own life? Writing her own stories?
And does she even want to move on if it means leaving Simon Snow behind?
(Source: Macmillan Children’s)

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Cath schreibt FanFiction zu Simon Snow. Bis zum Wechsel zum College waren die diversen Stories, die sie zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Wren geschrieben hat, ihr ganzes Leben. Dann überredet Wren sie mit ihr aufs College zu gehen, eröffnet ihr aber kurz vor Beginn, dass sie überhaupt keine Lust hat weiterhin mit ihr zusammen in einem Zimmer zu leben, denn die beiden Zwillingsschwestern sind sehr verschieden: Wren will neue Leute treffen und jeden Abend mit ganz viel Alkohol einen drauf machen, während Cath aufgrund ihrer extrem introvertierten und ängstlichen Art gar keine echten Menschen treffen möchte. Eigentlich hofft sie, dass sie sich weiterhin in ihrem Wohnheimzimmer einschließen und an ihrer Simon Snow-FanFiction schreiben kann, aber ihre neue Mitbewohnerin Reagan und deren Freund Levi sind ständig im Zimmer und stören sie. Zunächst…

Zu Beginn hatte ich ziemliche Schwierigkeiten mit dieser Geschichte, denn Cath ist wirklich eine sehr seltsame Protagonistin. Im Grunde habe ich schon gemerkt, dass sie ziemlich unter social anxiety leidet und dass sie einfach nicht gut mit fremden Menschen kann und deshalb auch nicht wirklich will. Sie ist introvertiert, schüchtern und ängstlich. Das alles konnte ich schon rauslesen, aber richtig spüren konnte ich davon nichts und deshalb hat Cath mir weder leid getan noch war sie mir sympathisch. Zudem finde ich, dass einige Verhaltensweisen von ihr ziemlich widersprüchlich waren. Ein Beispiel, damit ihr wisst, wie sie so drauf ist? (Kein Spoiler, da das alles noch zu Beginn der Geschichte passiert.) Da sie nicht weiß, wo die Mensa ist, ernährt sie sich in den ersten Tagen von selbst mitgebrachtem Zeug. Nach ein paar Tagen traut sie sich allerdings auch nicht mehr jemanden nach dem Weg zu fragen, weil sie nicht doof angeschaut werden möchte, dass sie es immer noch nicht weiß. Außerdem hat sie viel zu viel Angst davor sich dort ihr Essen zu holen, wenn sie nicht weiß, wo man sich anstellen oder sich später hinsetzen soll. Ein paar Tage später jedoch besorgt sie sich eine Mitfahrgelegenheit bei einer ihr völlig fremden Studentin, damit sie ihren Vater besuchen kann, und steigt ohne nachzudenken und ganz allein mit ins Auto ein. Wie passt das zusammen? Natürlich befindet sich im Auto nur eine einzige fremde Person, während das in der Mensa ganz anders wäre. Allerdings hatte sie zunächst auch panische Angst vor ihrer neuen Mitbewohnerin und das war ja auch nur eine Person. Zusätzlich fand ich andere Charaktere, allen voran ihre Schwester Wren, sehr klischeehaft. Wren kommt endlich auf die Uni und alles, was sie machen will, ist: saufen und feiern. Und vor allem: alles zurücklassen, was andere lächerlich oder komisch finden könnten und das ihr deshalb peinlich sein müsste, obwohl es ihr doch im Grunde immer noch gefällt. Also ihre komische Schwester Cath, Simon Snow und die FanFiction, an der sie doch auch mal mit geschrieben hat. So blieb Wren für mich fast bis zum Ende flach, durchschaubar und ohne Tiefgang.

Was mich auch noch gestört hat, waren die Simon Snow-Geschichten, sowohl die Ausschnitte aus den fiktiven Romanen als auch die aus Caths FanFiction. Zwischen jedem Kapitel waren solche Szenen zu lesen, teilweise auch mitten im Kapitel. Für mich haben diese Ausschnitte nichts zur Geschichte beitragen können und die Hauptgeschichte um Cath nur unnötig unterbrochen. Simon Snow hat sich sofort wie eine Art Harry Potter lesen lassen, vielleicht sogar aufgrund der wirklich ironischen Namen (der Böse heißt Insidious Humdrum) ein wenig wie eine Parodie dazu. Auf jeden Fall hat Simon Snow in diesem Universum eingeschlagen wie Harry Potter bei uns, es gibt Filme zu jedem Buch und massenhaft FanFictions mit verschiedensten Pairings. Cath schreibt übrigens über Simon/Baz, die ich immer als Harry/Malfoy interpretiert habe. Nun ja, bis dann eben tatsächlich Harry Potter erwähnt wurde. Da saß ich dann echt mit offenem Mund und wusste plötzlich nicht mehr, was ich aus der ganzen Simon Snow-Sache machen sollte.

Levi said. “It’s hard for me to get my head around. It’s like hearing that Harry Potter is gay.”

Äh, was? WARUM?? Das ist, als ob es da Harry Potter gab und dann kam Simon Snow und das ist besser geworden als Harry Potter, obwohl es doch offensichtlich daran angelehnt war. Kann ich mir erstens nicht vorstellen und zweitens finde ich es sehr seltsam, dass die Autorin sich erst eine fiktive Geschichte, die im Grunde Harry Potter sein soll, ausdenkt, aber dann doch Harry Potter erwähnt. Wo ist da der Sinn?

Mit der Zeit bin ich allerdings ein wenig mit Cath warm geworden. Vielleicht habe ich mich an sie gewöhnt, vielleicht kam es auch dadurch, dass sie sich ein wenig mehr geöffnet und die Bekanntschaft mit anderen Menschen nicht mehr kategorisch ausgeschlossen hat. So richtig habe ich zwar nicht nachvollziehen können, dass oder warum Cath sich geändert hat, aber zumindest ist es passiert und das hat ziemlich viele schöne Szenen hervorgerufen. Natürlich entwickelt sich hier eine Liebesgeschichte, ganz zart und wirklich sehr langsam, aber dafür unglaublich niedlich. Ich musste ziemlich oft schmunzeln und lächeln und war froh, dass quasi endlich mal etwas passiert, was mir auch nahegeht. Zudem stellt sich mit der Zeit immer mehr heraus, dass es in Caths Familie ziemlich viele Probleme gibt, und auch diese Szenen konnten mich dann zum Glück berühren.

Durch die vielen Schwierigkeiten, die ich mit “Fangirl” hatte, kann ich gar nicht richtig sagen, wem ich das Buch denn empfehlen würde. Ich war selbst schon oft genug in Fandoms unterwegs und bin auch nicht wirklich extrovertiert, habe das Verhalten von Cath aber trotzdem überhaupt nicht begreifen können. Zudem glaube ich auch nicht, dass dieses Buch ein gutes Beispiel für ein Fandom ist, da sie wirklich nur ihre eigene FanFiction schreibt und keine anderen mehr liest (damit man ihr später nicht vorwerfen kann, dass sie Ideen klaut *seufz*) und zu Veröffentlichungsparties von neuen Simon Snow-Bänden geht. Da hat mir die Fandom-Community doch sehr gefehlt. Oder auch insgesamt alle Internet-Freunde, die sie so oft erwähnt. Trotzdem ist sie natürlich ein interessanter Character, weil sie einfach anders ist, und auch die Liebesgeschichte sowie die Freundschaften, die sich mit der Zeit entwickeln, sind etwas besonderes.

Weil mir diese Geschichte eben nicht so zugesagt hat, würde ich mich hier ganz besonders über Kommentare freuen. Wie habt ihr all das gesehen, das ich so widersprüchlich fand?

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Das Cover mag ich sehr gerne, die Farben sind einfach wundervoll. Auch die Zeichnungen der Personen sind unglaublich niedlich. Auf der Homepage der Autorin sind übrigens noch die Cover der Deluxe Editions zu sehen, die im Grunde nur andere Farben haben, aber auch sehr interessant aussehen.

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“Fangirl” ist leider ein Buch, das dem Hype für mich nicht gerecht werden konnte. Vieles in der Geschichte und an den Charakteren war für mich widersprüchlich oder nicht nachvollziehbar. Erst nach vielen, vielen Seiten konnte ich mich ein wenig für die Protagonistin Cath und für die Handlung erwärmen, sodass ich am Ende doch ab und zu über die niedlichen Entwicklungen schmunzeln konnte.

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2,5 of 5 points – (It was ok)

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(© Rowell)

“I don’t trust anybody. Not anybody. And the more that I care about someone, the more sure I am they’re going to get tired of me and take off.”

“You’ve read the books?”
“I’ve seen the movies.”
Cath rolled her eyes so hard, it hurt. (Actually.) (Maybe because she was still on the edge of tears. On the edge, period.) “So you haven’t read the books.”
“I’m not really a book person.”
“That might be the most idiotic thing you’ve ever said to me.”

“No,” Cath said, “Seriously. Look at you. You’ve got your shit together, you’re not scared of anything. I’m scared of everything. And I’m crazy. Like maybe you think I’m a little crazy, but I only ever let people see the tip of my crazy iceberg. Underneath this veneer of slightly crazy and socially inept, I’m a complete disaster.”

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Ein wenig frustrierte Grüße


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#1: Fangirl
#2: Carry On (Oktober 2015)*

* Carry On, Simon heißt die FanFiction, an der Cath in Fangirl geschrieben hat und die Rainbow Rowell hier anscheinend erzählen wird


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Rainbow Rowell:
Rainbow Rowell writes books. Sometimes she writes about adults (ATTACHMENTS and LANDLINE). Sometimes she writes about teenagers (ELEANOR & PARK and FANGIRL). But she always writes about people who talk a lot. And people who feel like they’re screwing up. And people who fall in love.
When she’s not writing, Rainbow is reading comic books, planning Disney World trips and arguing about things that don’t really matter in the big scheme of things.
She lives in Nebraska with her husband and two sons.
(Source: Goodreads.com)

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[Gast-Rezension] Thoughtless: Erstmals verführt (Nadine)

German Cover

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English Cover

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‘Thoughtless: Erstmals verführt’

von S. C. Stephens

Thoughtless #1

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Seit zwei Jahren ist die schüchterne Kiera in einer glücklichen Beziehung mit Denny. So überlegt sie nicht lange, als er ein Jobangebot in Seattle bekommt, und zieht mit ihm in die neue Stadt, um ihr Studium dort zu beenden. Bei Dennys Freund aus Kindertagen, Kellan Kyle, mieten sie ein Zimmer. Er ist der lokale Rockstar, Herzensbrecher und sieht verboten gut aus. Als Dennys Job ihn länger aus Seattle wegführt, kommt die einsame Kiera, die sich inzwischen in der Stammkneipe von Kellans Band etwas dazuverdient, ihrem neuen Mitbewohner näher. Was freundschaftlich beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Intensiverem, Verbotenem – zu einem Spiel mit dem Feuer … (Source: Goodreads.com)

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Wir finden uns gleich zu Beginn mit Kiera und Denny im Auto auf Fahrt nach Seattle und bekommen auch sofort einen kleinen Eindruck von den beiden. Er, Australier, natürlich ziemlich „schön“, um es mit Kiera’s Worten zu sagen, intelligent und.. nunja, kurz gesagt, offenbar ein Traum von einem Mann. Sie, eher zurückhaltend, schüchtern und zum ersten Mal auf dem Weg in die „große, weite Welt“.
Ein paar Seiten später treffen wir auch die D-Bags, die lokale Band, mit ihrem Leadsänger Kellan.
Natürlich sieht er noch heißer und verwegener aus… =) An dieser Stelle war der erste „Augenkontakt“ zwischen Kiera und Kellan, der mich bereits ein wenig meine Augen rollen ließ.

Mir haben aber viele Szenen sehr gefallen und der Verlauf der Handlung war zumeist auch gut nachvollziehbar und teilweise habe ich sogar richtig mitgefiebert.

Der Schreibstil der Autorin ist toll und sehr angenehm, sodass ich mich einfach mit der Geschichte treiben lassen konnte. Auch die Nebencharaktere ließen das Buch lebendiger wirken und haben eine prima Atmosphäre geschaffen.

Allerdings kam, je weiter das Buch voranschritt, auch ein bisschen der „Nerv-Faktor“ mit. Ich meine, ich kann es absolut nachvollziehen, warum Kiera Kellan verfallen ist; ich verstehe, warum sie an Denny festhalten möchte und nicht loslassen kann, …aber alles in allem, war es dann doch etwas zu nervig.
Es hat mich vor allem gestört, dass es kaum noch Denny-Szenen gab. Die haben schlicht und ergreifend gefehlt, um es unglaubwürdig erscheinen lassen, warum Kiera noch bei ihm bleiben wollte.
Ständig hat man nur noch von ihr und Kellan gelesen und dass sie sich ja aber nicht für ihn entscheiden kann wegen Denny….aber sobald Denny die Bühne betrat wurde er quasi mit einem Stock gleich wieder herausgezogen. Das hat für mich also einfach nicht gepasst.
Auch Kiera’s Verhalten ihm gegenüber…*würgs* da hätte ich sie einfach nur schütteln können. Für mich waren diese Seiten einfach nur Seitenfüller und so richtig überzeugend fand ich es dann nicht mehr.

Wie es dann am Ende ausgegangen ist…tja, irgendwie ist es schwer dazu etwas zu sagen. Ich weiß nur, dass auch hier noch das Ein oder Andere etwas zu überladen war und ich den Kopf geschüttelt habe.

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Das Cover eines sich sinnlich küssenden Paares – beide sind gut getroffen, aber direkt umgehauen hat es mich jetzt nicht. Mir fehlt ein bisschen die Thematisierung der 3-er Geschichte. Es sieht einfach wie ein normales Liebespaar aus.

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Ein wirklich toller Schreibstil, der sehr flüssig und bildlich ist und mir lange Vergnügen bereitet hat, obwohl es eine Dreier-Story ist. Leider war die Entwicklung von Kiera und Kellan als Persönlichkeiten gegen Ende nicht so meinem Geschmack entsprechend. Eher war so gar keine Reifung enthalten. Außerdem habe ich Denny am Ende nur noch als Konflikt- und Seitenfüller wahrgenommen, der aber eigentlich viel mehr Potenzial gehabt hätte. Gerade, um das Thema „ Wie löse ich das Problem, wenn ich auf einmal zwei Menschen liebe“ mehr auszubauen. Da war dann aber Flaute. Schade.

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2,5 of 5 points – (it was okay)

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(© Stephens)

„»Aber du sagst Bescheid, wenn es zu hart wird.«
Prustend sah er zur Seite.
Ich lief tiefrot an. »Du weißt schon, was ich meine«, flüsterte ich beschämt.
»Ja, schon klar …«, seufzte Kellan. »Du bist wirklich süß … weißt du das eigentlich?« Sein Blick war dabei ernst, also lächelte ich nur und wandte lieber schnell den Blick ab.
»Okay, lass es uns versuchen«, flüsterte ich, obwohl ich es besser wissen sollte.“

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Vielen Dank für diese Gastrezension von:

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#1: S. C. Stephens – Thoughtless: erstmals verführt »»
#2: S. C. Stephens – Effortless: einfach verliebt
#3: S. C. Stephens – Careless: ewig verbunden
#4: S. C. Stephens – Untamed (dt. Titel unbekannt)

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© adweek.com

S. C. Stephens:
Stephens is a New York Times and USA Today bestselling author who enjoys spending every free moment she has creating stories that are packed with emotion and heavy on romance.
Her debut novel, Thoughtless, an angst-filled love triangle charged with insurmountable passion and the unforgettable Kellan Kyle, took the literary world by storm. Amazed and surprised by the response to the release of Thoughtless in 2009, more stories were quick to follow. Stephens has been writing nonstop ever since.
In addition to writing, Stephens enjoys spending lazy afternoons in the sun reading fabulous novels, loading up her iPod with writer’s block reducing music, heading out to the movies, and spending quality time with her friends and family. She currently resides in the beautiful Pacific Northwest with her two equally beautiful children.
(Source: Goodreads.com)

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Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an:

 

Goldmann Verlag

© Random House

 


[Rezension] Kalypto: Die Herren der Wälder

German Cover

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‘Die Herren der Wälder’

Kalypto #1

von Tom Jacuba

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Der junge und impulsive Lasnic, Angehöriger des Waldvolks, kann es nicht glauben: Ausgerechnet er wurde von der Ratsversammlung zum Waldfürsten berufen! Kurzentschlossen packt er seine Sachen und flüchtet vor der Verantwortung, ohne zu ahnen, dass er in ein viel größeres Abenteuer hineinstolpert. Denn im Verborgenen naht eine Gefahr, die alle freien Völker bedroht: Die Magier des vor Jahrtausenden untergegangenen Reichs Kalypto sind wieder erwacht – und sie schicken vier Späher aus, um das Volk zu finden, das sich am besten zur Versklavung eignet…
(Source: Bastei-Lübbe)

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Nach einem jahrtausende langen Schlaf erwacht Catolis, Magierin des untergegangenen Reiches Kalypto, aus ihrem Schlaf und wird zur Meisterin der Zeit ernannt. In ihrer neuen Funktion weckt sie drei weitere Magier und zu viert machen sie sich in alle vier Himmelsrichtungen auf, um das perfekte Volk zu finden. Schnell wird klar, dass sie selbst nicht untätig bleiben, und wenn das Volk nicht gut genug ist, dann formen sie es eben entsprechend. Catolis schwingt sich zur obersten Priesterin in einem riesigen Inselreich auf und agiert als einzige Magierin recht offen an der Spitze eines Volkes. Bei ihr erleben wir die unendlichen und blutigen Eroberungszüge ihres Volkes.
Die anderen Magier bleiben für den Leser und auch für die Völker lange Zeit im Verborgenen. Hier erleben wir die Kultur der Völker aus der Sicht von Lasnic, der in den Wäldern lebt, und von Ayrin, der Königin des Bergreiches Garona. Lasnic ist ein sehr impulsiver junger Mann und sehr naturverbunden. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen muss er ohne Eltern aufwachsen und erlebt ein wildes und gefährliches Abenteuer nach dem anderen. Auch Ayrin hatte es in ihrem Leben nie leicht: Bei der Geburt ihrer Halbschwester stirbt ihre Mutter, die Königin. Damit wird sie bereits in sehr jungen Jahren an die Spitze von Garona gestellt, das von Frauen beherrscht wird, und muss nicht nur die verhasste und zickige Halbschwester aushalten, sondern sich auch drohenden Gefahren eines sich aufschwingenden Inselreiches stellen.

Mein Versuch das Grundthema dieses High Fantasy-Romans kurz *hust* zusammenzufassen, zeigt schon, wie komplex diese Geschichte ist. Und das ist einfach wunderbar! Schon durch die vielen Sichtweisen ist das Buch unglaublich vielseitig, weil wir drei ganz unterschiedliche Völker kennenlernen: Das naturverbundene Waldreich mit seinen speziellen Ritualen, das Bergreich Garona, in dem endlich mal starke weibliche Charaktere das Sagen haben, und das Inselreich, das Catolis sich ausgesucht hat. Dazu kommt noch die alles überspannende Gefahr durch die vier Magier, die nicht nur still und leise ihre Völker stärker machen wollen, sondern natürlich auch noch planen diese gegeneinander antreten zu lassen, bis nur noch eines übrig bleibt. Alle Völker sind damit, ohne dass sie es auch nur ein bisschen ahnen können, Spielbälle in einem großen Wettkampf. Und auch als Leser kann man das schnell vergessen, weil man beim Lesen einfach so tief ins Wald- und Bergreich und in die Kulturen der Völker eintauchen kann. Vor allem kann man sich nie sicher sein, welche Krisen gerade von sich aus Krisen sind und welche absichtlich von den Magiern hervorgerufen wurden. So bleibt es wirklich die ganze Zeit spannend und interessant.

Der Schreibstil von Tom Jacuba ist sehr angenehm und schön zu lesen. Die vielen Personen wachsen dem Leser nicht über den Kopf, weil auch immer wieder mal deren Funktion oder Titel dazu genannt wird (“Kauzer, der Wettermann”), und man sie damit auf jeden Fall zuordnen kann. Auch die Beschreibung der verschiedenen Reiche und der Landschaften wird hier nicht langweilig, weil sie einfach etwas ganz besonderes und ziemlich interessant sind. Die wunderschöne Karte in der Klappe ist dann nebenbei auch noch praktisch. Dazu kommt, dass der Schreibstil den verschiedenen Charakteren angepasst ist und damit auch immer die verschiedenen Atmosphären spürbar sind. Lasnic ist sehr impulsiv und flucht andauernd, wohingegen Ayrin eher nüchtern und ruhig ist. So bleibt die Geschichte nicht nur durch die vielseitige und sehr komplex miteinander verknüpfte Handlung spannend, sondern auch durch den Stil.

An dieser Stelle möchte ich euch nun noch zeigen, was ich gern in High Fantasy-Geschichten finde und in diesem Auftaktband auch gefunden habe: Komplexität und Vielseitigkeit sowohl im world building als auch in der Geschichte selbst (habe ich ja oben schon beschrieben) und dabei auch in gewisser Weise eine Welt, die man nicht schon mehrfach gesehen hat. Hier habe ich mich besonders über das Bergreich Garona gefreut, da dort auf eine sehr interessante Weise komplett die Frauen das Sagen haben, und auch über das Waldreich, bei dem es genau gegenteilig läuft — und jetzt stellt euch mal vor, was passiert, wenn Menschen beider Völker aufeinander treffen. ;) Dazu kommt noch, dass Tom Jacuba es mit detaillierten, aber nicht zu ausschweifenden Beschreibungen von Landschaften und Tierwesen schafft, all das vor dem inneren Auge Form annehmen zu lassen, obwohl es sich doch oft um Wesen handelt, die bei uns nicht existieren. Mein liebstes Tier war hier übrigens der Flussparder. Und als letztes freue ich mich immer wieder über ein interessantes Magiesystem und eine epische Quest mit viel Action. Die Form von Magie, die sich der Autor hier ausgedacht hat, sollte man meiner Meinung nach beim Lesen entdecken. Die epische Quest haben wir hier auf jeden Fall in dem Wettkampf der Magier und ich bin mir sicher, dass ihr beim Lesen entdecken werdet, welche Quests die einzelnen Protagonisten — mal mehr, mal weniger freiwillig — verfolgen könnten.

Und wer nach dieser endlos langen Rezension immer noch dabei ist, dem verrate ich hier noch, dass das Ende zwar schon offen ist — schließlich gibt es noch mindestens einen weiteren Band —, aber keinen fiesen Cliffhanger hat.

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Ein ziemlich schlichtes Cover, das aber doch sofort mein Interesse gewonnen hat. Der zweite Band wird natürlich einen ähnlichen Stil haben, eine Art 2D-Grafik vor einem bläulichen Hintergrund.

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“Kalypto: Die Herren der Wälder” ist ein wunderbarer Auftakt zu einer neuen High Fantasy-Reihe. Komplex, vielseitig und spannend. Mit sehr interessanten Völkern und Kulturen, die nur noch Spielbälle in einem großen Wettkampf zu sein scheinen, um das perfekte Volk für den Wiederaufbau des Reiches Kalypto zu finden.

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5 of 5 points – (I LOVED it – buy it!)

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Liebste Grüße


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#1: Die Herren der Wälder
#2: Die Magierin der tausend Inseln (14.01.2016)
#3: ??

 

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Tom Jacuba:
Tom Jacuba ist das Pseudonym eines deutschen Autors*. Jacuba war bis Mitte der 90er Jahre Diakon und Sozialpädagoge und schrieb vorwiegend Satiren, Kurzgeschichten und Kinderbücher. Seither ist er freier Autor und verfasst Fantasyromane, historische Romane, Spannungs- und Science-Fiction-Geschichten. Er erhielt 2001 den Deutschen Phantastik-Preis als Autor des Jahres.
(Source: Bastei-Lübbe)

*und zwar Thomas Ziebula

Visit his Website »»

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an:

Bastei-Lübbe

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