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[Snapshot] Das Bildnis des Dorian Gray

. .Snapshots sind kurz-Rezis zu gelesenen Büchern, die einen Einblick geben sollen, was mir an dem Buch gefallen hat und was nicht, oder ob es empfehlenswert ist.

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‚Das Bildnis des Dorian Gray‘
by Oscar Wilde

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(© goodreads)

First Sentence:
„Das Atelier war von einem reichen Rosenduft durchtränkt, und sooft der leichte Sommerwind durch die Bäume des Gartens wehte, drang durch die offene Tür der betäubende Geruch des Flieders, untermischt mit dem Parfüm eines blühenden Nelkenbaumes, in den Raum.“

Last Sentence:
„Seine Identität mit Dorian Gray konnte nur anhand der Ringe, die dieser zu tragen pflegte, festgestellt werden.“

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich für die ‚Book2Movie‘ Challenge gelesen und ich wollte damit endlich auch mal wieder einen Klassiker hinter mich bringen, damit ich meine Leseliste nicht immer nur mit moderner Literatur füttere.
Wie ihr vielleicht schon in anderen Rezensionen von mir gelesen habt, ist aber leider genau dieser Schreibstil von Klassikern, von Büchern aus dem 18/ 19. Jahrhundert für mich nicht sonderlich leicht zu verdauen. Keine Ahnung woran das liegt, aber ich tu mir hier immer besonders schwer in die Geschichte zu finden, da mich der übertriebene, wohlformulierte Schreibstil zu sehr ablenkt und ich mich daher zu sehr auf das Geschriebene konzentrieren muss, anstatt mich einfach in der Handlung zu verlieren.

Auch hier hatte ich meine Probleme, besonders zu Beginn war es für mich sehr zäh zu lesen, was an der altertümlichen, klassischen Wortwahl von Wilde lag und seinen ewig langen Sätzen, sowie seinen Dialogen, bei denen manche seitenlang waren. Und wer das Buch kennt, weiß, dass ich hier nicht übertreibe.

Aber irgendwann kam der Punkt, an dem Dorian etwas passiert ist, bzw. er etwas getan hat oder zumindest Mitschuld war, das dann doch mein Interesse geweckt hat und mich zum Weiterlesen veranlasste. Ich sage nur soviel, dass es mit der jungen, bezaubernden Sibyl Vane zu tun hat.
Ab diesem Zeitpunkt war doch etwas mehr Dramatik gegeben und man wollte wissen, wie es sich mit Dorian weiter entwickelt, wie es ihn verändert und was es für einen Weg mit ihm nimmt. Aber leider kann ich nicht viel über den Handlungsverlauf erzählen, da dieser phasenweise nicht stattgefunden hat. Vielmehr vergingen oft Jahre zwischen den einzelnen Kapiteln und Dorian hat im Nachhinein berichtet, wie er das Leben nun sieht, wie sich seine Einstellungen verändert haben oder in welche Leidenschaften er sich gestürzt hat, egal ob nun in die Musik, in das Sammeln seltener Steine oder in die Literatur. Oft philosophierte Dorian stundenlang über die Vergangenheit, wie er sich und seine Weltanschauung nun anders warhnimmt, aber er ging nicht wirklich darauf ein, was er alles gemacht hat, was er alles angestellt oder getan hat – was eigentlich passiert ist – sondern nur auf seinen derzeitigen Lebenszustand.

Es war zwar teilweise interessant zu lesen, wie Dorian oder auch Lord Henry über die Künste der Leidenschaft und des Lebens philosophiert haben, aber ich habe doch mit einem Buch gerechnet, das mehr Handlung besitzt und nicht fast schon wie ein Philosophiebuch erscheint, das den Sinn des Daseins diskutiert. Sicher regt es zum Nachdenken an und hat seine Berechtigung und es bewegt einem – ohne Frage – aber wenn man im Voraus nicht weiß, worum es hier geht und ein normales Buch mit linearer Handlung und Geschehnissen, die auch im Jetzt passieren, erwartet, dann wird man hier enttäuscht oder zumindest überrascht.

Außerdem hätte ich mir zum Schluss etwas mehr Vollendendung gewünscht. Dorian tut ‚es‘ zwar selber, aber es passiert aus einem Unfall heraus und nicht weil er es bewusst tut oder seiner Selbst überdrüssig ist oder genug von dem Leben hat, sondern weil er aus einem Affekt aus handelt und die Schuld an dem Verderb seiner Seele dem Bild gibt. Ich hätte mir hier einfach mehr Eingeständnis, Erkenntnis und vielleicht Reue gewünscht, aber wie unten im Zitat zu lesen ist, tut er auch die guten Dinge zum Schluss sehr wahrscheinlich nur mehr aus seiner eigenen Eitelkeit heraus und nicht aus dem einfachen Grundbedürfnis, Gutes zu tun.

Das Buch erscheint zuerst als eine Lobeshymne an die Ausdehnung der eigenen Grenzen, an dem vollkommenen Erliegen und Begehren aller möglichen Leidenschaften und Genüsse. Es stachelt dazu an, soviel wie möglich in einem Leben zu erfahren/ zu erleben, egal für welchen Preis, auch wenn man damit andere in den Ruin treibt, ihren Namen besudelt oder zum Selbstmord treibt.
Dorian, wie auch Lord Henry, der ihn auf diese Ideen bringt, sind darauf aus, so viele Erfahrungen, Sinnesempfindungen und Emotionen wie möglich zu erfahren und Dorian treibt es dabei viel zu weit, ohne es selber zu erkennen.
Erst gegen Ende werden die Folgen, die aus seinen Sünden entstehen, deutlich sichtbar und stellt den Leser selbst vor die Frage, was der Sinn des Lebens ist, wie weit man für die Auslebung seiner eigenen Wünsche und Begierden gehen darf. Ob Reue oder der Versuch es wieder gut zu machen einen noch retten können, wenn die Seele bereits besudelt ist. Gibt es ein Zurück für die Seele und den Geist oder bleiben alle schlechten Taten, die wir im Laufe unseres Lebens begehen, ewig als Pranger auf unser Gewissen gezeichnet?

Diskussion: Was denkt ihr zu diesem Thema?
Gibt es Erlösung oder Absolution bei Einsicht und Reue seiner eigenen Schandtaten? Oder muss man von vornherein ein anständiges Leben führen, um sich seinen Seelenfrieden zu sichern?

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Quotes: (© Wilde)

„Denn es liegt sogar in der Rückerinnerung an ein freudiges Ereignis etwas Bitteres, und selbst die Erinnerung an einen Genuß ist mit Schmerzen verbunden.“
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„Dorian Gray war durch ein Buch vergiftet worden. Es gab für ihn Momente, wo er dsa Verbrechen nur als ein Mittel betrachtete, das ihm die Möglichkeit gewährte, seine Schönheitsidee zu verwirklichen.“
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„War es denn nur die Eitelkeit, die ihn zu einer guten Tag angespornt hatte? Oder das Verlangen nach einer neuen Emotion, wie Lord Henry durch sein spöttisches Lächeln angedeutet hatte? Oder war es jener innere Antrieb, der uns nicht selten gegen unseren Willen gute Taten begehen lässt? Vielleicht wirkten auch alle diese Umstände dahin zusammen.“

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[Snapshot] Jane Eyre

. .Snapshots sind kurz-Rezis zu gelesenen Büchern, die einen Einblick geben sollen, was mir an dem Buch gefallen hat und was nicht, oder ob es empfehlenswert ist.

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‚Jane Eyre‘ by Charlotte Brontë

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(© goodreads)

First Sentence:
„Es war ganz unmöglich, an diesem Tage einen Sparziergang zu machen.“

Last Sentence:
„Gewiss, ich komme bald!“ und stündlich antworte ich Ihm sehnsuchtsvoller: – „So komme, Jesus Christus! In Ewigkeit, Amen.“

Meine Meinung:
Ich gestehe es gleich: ich und Klassiker aus dem 19. Jahrhundert sind keine gute Kombination und oft vertragen wir uns schlecht oder nicht auf Anhieb. So war es auch hier mit Jane Eyre, welche ich gratis von Amazon für das Handy Kindle App bekomme habe.

Meist liegt es an der altertümlichen Sprache, diesen Altdeutsch aus dem 19. Jahrhundert, mit den ewig langen Sätzen und diesem untypischen Sprachgebrauch, den wir in der heutigen Zeit nicht mehr verwenden oder kennen. Daher ist auch das Lesen meist mühsam, vor allem am Beginn.
Dieses mühsame Lesen hat sich zusätzlich erhöht, weil auch in der Handlung am Anfang wenig passiert ist und hier alles sehr lange gezogen, die Szenen ins endlose verlängert wurden.

Aber zum Glück kam die Handlung in Aufschwung, als Jane endlich in der Kinderheim Lowood gekommen ist und dort Freundschaft mit Helen Burns geschlossen hat. Beide waren nur kleine, verwaiste Mädchen, aber mit Stolz und Haltung in ihrem Leben, die uns heutzutage beschämen lässt, da wir dieser stolzen Standhaftigkeit nicht mehr vermögen.
Doch erst später, als Jane erwachsen wurde und auf Mr. Rochester traf, hat es mich vollends überzeugen können und gebahnt und danach habe ich es auch innerhalb weniger Tage zu Ende gelesen. Daher waren auch jene Kapitel meine Liebsten, in denen Jane und Mr. Rochester vorkamen. Ich mochte Janes Verhalten ihm gegenüber, dass sie ihm immer wieder konter geboten hat, egal welche ungleiche, soziale Stellung sie auch zueinander hatten.

Jane war durchwegs ein Charakter der mich zu begeistern wusste und der besonders in der damaligen Zeit eine Eigenständigkeit, Sturheit und starken Willen präsentiert hat, die man nur selten antrifft. Sie hat sich nie unterkriegen lassen, auch in den schlimmsten Zeiten, wo ich schon längst das Handtuch geworfen hätte. Manchmal hätte ich anders gehandelt als Jane, ganz einfach, weil ich vielleicht nicht so eine reine Persönlichkeit wie sie bin oder ich nicht auf Gottes Pfaden wandle, wie Jane Eyre. Aber ich bin zum Ende hin dann froh gewesen, dass sie den harten Weg gewählt hat, denn dieser hat sie nur liebenswerter und stärker gemacht. Erst wer entbehrt hat, kann später das Glück richtig schätzen, so wie es hier der Fall war.

Zu Beginn dachte ich nicht, dass ich mich mit dem Buch noch anfreunden würde, aber das habe ich getan und bin nun im Endeffekt doch froh, dass ich es gelesen habe, wie schwer der Anfang auch war. Jane war ein großartiger Charakter und auch Mr. Rochester oder Helen Burns werden mir in Erinnerung bleiben, genauso wie die zarten, gefühlvollen Liebesschwüre der beiden Verliebten. Hach, ja, das war schon nett. 🙂

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Quotes: (© Brontë)

Helen: „Ich sterbe jung – aber ich werde auch vielen Leiden entgehen.“
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Jane: ‚Niemals hatte er so oft und andauernd meine Gesellschaft verlangt: niemals war er gütiger und liebevoller gewesen – ach! Und niemals hatte ich ihn inniger geliebt.“
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Jane: „Und nun, Sir?“
Mr. Rochester: „Wenn du neugierig wirst, Jane, muss ich stets lächeln. Du öffnest die Augen wie ein aufgescheuchter Vogel und machst dann und wann eine ruhelose Bewegung. Es ist, als kämen die Antworten und Aufklärungen dir nicht schnell genug und als wolltest du dem Sprecher bis ins innerste Herz sehen.“
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Jane: ‚Beieinander sein bedeutet für uns so froh sein wie in großer Gesellschaft – so frei wie in absoluter Einsamkeit.‘

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