[Gast-Rezension] Herz aus Nacht und Scherben (Nadine)

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‚Herz aus Nacht und Scherben‘

von

Gesa Schwartz

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„Seine Augen waren wie eine Frage, deren Antwort sie ersehnte und zugleich fürchtete, und sie spürte instinktiv, dass ein einziger Schritt auf ihn zu sie ins Bodenlose führen würde … ein einziger Schritt, der alles ändern konnte, was sie zu sein glaubte.“
In Venedig gerät die siebzehnjährige Milou in die Welt der Scherben: das Reich der verlorenen Gedanken, der zerschlagenen Träume, der unvollendeten Geschichten und vergessenen Wünsche. Auf der Suche nach spurlos im Nebel verschwundenen Menschen verliebt sie sich in den mysteriösen Rabenwandler Nív, doch sie weiß: Seine Welt ist nicht für sie bestimmt. Und mit jedem Augenblick zieht das Reich der Scherben sein Netz enger …
(Source: lovelybooks.de)

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Puh, Leute..ich kann euch gar nicht sagen wie lange ich an diesem Buch gelesen habe.
Es lag nicht daran, dass es schlecht oder gar uninteressant war, aber ich konnte mich vom Schreibstil der Autorin einfach nicht fesseln lassen. Es war stellenweise, vor allem am Anfang, wirklich schwierig mich in die Geschichte einzufinden. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Autorin die Geschichte, meines Erachtens, sehr malerisch, in sehr vielen und vor allem langen Nebensätzen, beschrieben hat.

Die Hauptfigur, Milou, gerade frisch in Venedig angekommen, schlendert – erinnerungsschwelgend, durch die Gassen, auf dem Weg zu ihrer Großmutter. Wir erfahren dabei, dass sie aktuell bei ihrem Onkel lebt, aber ihre Kindheit in Venedig mit ihren (verstorbenen) Eltern und bei ihrer Großmutter, sowie dem Buchladenbesitzer Frederico verbracht hat. Obgleich die Hauptfigur mit diesen Schilderungen und Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit dem Leser näher gebracht werden soll, ist es mir recht schwer gefallen sie gleich richtig liebzugewinnen. In den Beschreibungen sind einfach so viele, wirklich lange Nebensätze, dass bei mir vieles einfach untergegangen ist. Oft habe ich den Anfang des Satzes vergessen oder aber durch Beschreibungen dieser Art einfach vieles überlesen, weil es zu langatmig und leider uninteressant wurde. Ich habe versucht es damit ein Einklang zu bringen, dass Milou selbst eine sehr träumerische Person ist und es so verständlich ist, dass auch die Ausführungen entsprechend detailreich und farbig, beschrieben werden, aber insgesamt ist mir dadurch der fesselnde Lesecharakter abhanden gekommen.

Der Plot der Geschichte ist eigentlich ein recht interessanter und verspricht viel Abenteuer. Denn in Venedig kommt des Nachts ein undurchdringlicher Neben auf und es verschwinden spurlos Kinder, an die sich auch am nächsten Tag keiner mehr zu erinnern scheint – außer Milou. Sie selbst ist einige Male in den Nebel geraten, in dem sie schattige und grausige Gestalten gesehen hat und denen sie nur knapp mit Hilfe eines Unbekannten entkommen konnte…

An Spannung sollte es hier also nicht scheitern, aber bis die Geschichte weiter an Fahrt aufnimmt, kamen wieder viele Beschreibungen und so zog es sich etwas bis die Handlung voran ging.

Fesselnder wurde die Geschichte für mich als der Unbekannte aus dem Nebel, Niv, Milou wieder einmal rettet und ihr von der Scherbenwelt berichtet. Eine Welt, die parallel zu der unseren existiert, geschaffen aus menschlichen Träumen und Ideen, die einst den Menschen auch bekannt war und die sie besuchten, bis sie sie irgendwann vergessen haben. Es gibt nur noch wenige Menschen, die die Gabe besitzen zwischen beiden Welten zu wandeln, so wie Milou. Niv erklärt ihr außerdem was es mit dem Nebel und den Gestalten darin auf sich hat (ich möchte hier nicht zu viel verraten) und so macht sich Milou als „Wanderin“ auf in die Scherbenwelt, um Dinge dort zu richten und den allseits bekannten Palla D’hey zu suchen, der verschwunden ist, aber der Einzige zu sein scheint, der ihr helfen kann.

Die Schauplätze der Scherbenwelt werden bei Milou‘s Suche ebenfalls sehr detailiert und häufig vergleichend zum Venedig unserer Welt beschrieben – was mich, leider, manchmal echt genervt hat, weil es meinen Lesefluss gestört hat. Weiterhin hat mich diese Welt gelegentlich an das etwas verdrehte, gute alte Wunderland erinnert und genauso war auch der Schreibstil in diesen Passagen. Trotzallem war die Scherbenwelt eine interessante Schaukulisse!

Was mir in der ganzen Geschichte jedoch gefehlt hat waren tatsächlich Dialoge! Man erfährt so viel über Nebensätze und in unendlichen Beschreibungen, dass das, was (mir) Figuren wirklich nah bringt, Gedanken und Gespräche, einfach selten zu finden waren.

Obgleich mit der Großmutter und Frederico wunderbare, herzensgute und liebe Figuren erschaffen werden sollten, sind sie mir zu passiv geblieben. Wenn man immer nur etwas über eine Person erfährt, indem eine andere etwas in Erinnerungen über sie berichtet und diese Erinnerung dann noch mit so vielen Details geschmückt ist, dann ist es mir einfach zu weit weg.

Dementsprechend ist mir auch die Beziehung, die sich zwischen Milou und Niv entwickelt etwas schwer gefallen zu verstehen und das charmante Hoffen, was man als Leser hat, hat sich nur schwer eingestellt. Außerdem waren mir die Hindernisse, die die Autorin geschaffen hat, manchmal etwas zu gekünstelt gesetzt, sodass  es Niv, gelegentlich, nicht authentisch wirken ließ. Schade, denn er hätte dunkel und geheimnisvoll wie er ist, sicher sehr viel Potenzial gehabt.

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Das Cover ist einfach wunderschön und passt prima zum Titel! Auch wenn ich mir Milou etwas anders vorgestellt habe, finde ich die Schatten und die grau-schwarze Farbgebung sehr gut getroffen.

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Ein Buch mit einer wirklich interessanten Geschichte, die sich für mich allerdings in zu vielen malerischen Details, durch viele und lange Nebensätze, verliert. Die Handlung wird damit unnötig in die Länge gezogen, obwohl so viele Ideen da sind, dass sie es nicht gebraucht hätte. Die Figuren erscheinen durch wenige Dialoge und den vielen Beschreibungen eher distanziert, weshalb ich leider nicht so richtig mit ihnen warm geworden bin. Ich denke, dass dieser farbige Schreibstil, leider, einfach nicht mein Ding ist und diese wirklich sehr subjektive (schlechte) Bewertung nur mir als Kunstbanausin nachzusehen ist.

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1,5 of 5 points – (not my taste)

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Vielen Dank für diese Gastrezension von:

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Gesa Schwartz:https://i1.wp.com/www.gesa-schwartz.de/App_Themes/Floral/Images/potrait_wide.jpg
Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Nach ihrem Abschluss begab sie sich auf eine einjährige Reise durch Europa auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler. Für ihr Debüt „Grim. Das Siegel des Feuers“ erhielt sie 2011 den Deutschen Phantastik Preis in der Sparte Bestes deutschsprachiges Romandebüt. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen. (Source: randomhouse.de)

Visit her Website »»

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Vielen Dank für das Rezensionsexemplares an:

© Random House

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Veröffentlicht am 20.11.2016 in * Deutsche Rezis, Jugendbücher, Reinfall, Urban Fantasie und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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