[Snapshot] Jane Eyre

. .Snapshots sind kurz-Rezis zu gelesenen Büchern, die einen Einblick geben sollen, was mir an dem Buch gefallen hat und was nicht, oder ob es empfehlenswert ist.

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‚Jane Eyre‘ by Charlotte Brontë

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(© goodreads)

First Sentence:
„Es war ganz unmöglich, an diesem Tage einen Sparziergang zu machen.“

Last Sentence:
„Gewiss, ich komme bald!“ und stündlich antworte ich Ihm sehnsuchtsvoller: – „So komme, Jesus Christus! In Ewigkeit, Amen.“

Meine Meinung:
Ich gestehe es gleich: ich und Klassiker aus dem 19. Jahrhundert sind keine gute Kombination und oft vertragen wir uns schlecht oder nicht auf Anhieb. So war es auch hier mit Jane Eyre, welche ich gratis von Amazon für das Handy Kindle App bekomme habe.

Meist liegt es an der altertümlichen Sprache, diesen Altdeutsch aus dem 19. Jahrhundert, mit den ewig langen Sätzen und diesem untypischen Sprachgebrauch, den wir in der heutigen Zeit nicht mehr verwenden oder kennen. Daher ist auch das Lesen meist mühsam, vor allem am Beginn.
Dieses mühsame Lesen hat sich zusätzlich erhöht, weil auch in der Handlung am Anfang wenig passiert ist und hier alles sehr lange gezogen, die Szenen ins endlose verlängert wurden.

Aber zum Glück kam die Handlung in Aufschwung, als Jane endlich in der Kinderheim Lowood gekommen ist und dort Freundschaft mit Helen Burns geschlossen hat. Beide waren nur kleine, verwaiste Mädchen, aber mit Stolz und Haltung in ihrem Leben, die uns heutzutage beschämen lässt, da wir dieser stolzen Standhaftigkeit nicht mehr vermögen.
Doch erst später, als Jane erwachsen wurde und auf Mr. Rochester traf, hat es mich vollends überzeugen können und gebahnt und danach habe ich es auch innerhalb weniger Tage zu Ende gelesen. Daher waren auch jene Kapitel meine Liebsten, in denen Jane und Mr. Rochester vorkamen. Ich mochte Janes Verhalten ihm gegenüber, dass sie ihm immer wieder konter geboten hat, egal welche ungleiche, soziale Stellung sie auch zueinander hatten.

Jane war durchwegs ein Charakter der mich zu begeistern wusste und der besonders in der damaligen Zeit eine Eigenständigkeit, Sturheit und starken Willen präsentiert hat, die man nur selten antrifft. Sie hat sich nie unterkriegen lassen, auch in den schlimmsten Zeiten, wo ich schon längst das Handtuch geworfen hätte. Manchmal hätte ich anders gehandelt als Jane, ganz einfach, weil ich vielleicht nicht so eine reine Persönlichkeit wie sie bin oder ich nicht auf Gottes Pfaden wandle, wie Jane Eyre. Aber ich bin zum Ende hin dann froh gewesen, dass sie den harten Weg gewählt hat, denn dieser hat sie nur liebenswerter und stärker gemacht. Erst wer entbehrt hat, kann später das Glück richtig schätzen, so wie es hier der Fall war.

Zu Beginn dachte ich nicht, dass ich mich mit dem Buch noch anfreunden würde, aber das habe ich getan und bin nun im Endeffekt doch froh, dass ich es gelesen habe, wie schwer der Anfang auch war. Jane war ein großartiger Charakter und auch Mr. Rochester oder Helen Burns werden mir in Erinnerung bleiben, genauso wie die zarten, gefühlvollen Liebesschwüre der beiden Verliebten. Hach, ja, das war schon nett.🙂

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Quotes: (© Brontë)

Helen: „Ich sterbe jung – aber ich werde auch vielen Leiden entgehen.“
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Jane: ‚Niemals hatte er so oft und andauernd meine Gesellschaft verlangt: niemals war er gütiger und liebevoller gewesen – ach! Und niemals hatte ich ihn inniger geliebt.“
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Jane: „Und nun, Sir?“
Mr. Rochester: „Wenn du neugierig wirst, Jane, muss ich stets lächeln. Du öffnest die Augen wie ein aufgescheuchter Vogel und machst dann und wann eine ruhelose Bewegung. Es ist, als kämen die Antworten und Aufklärungen dir nicht schnell genug und als wolltest du dem Sprecher bis ins innerste Herz sehen.“
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Jane: ‚Beieinander sein bedeutet für uns so froh sein wie in großer Gesellschaft – so frei wie in absoluter Einsamkeit.‘

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Veröffentlicht am 27.06.2013 in * Deutsche Rezis, Auch für Männer, Roman/Belletristik und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Jane Eyre ist mein absolutes Lieblingsbuch.

    Ich habe es vor dem Unibeginn gelesen (weil meine Mutter mich überredet hat), dann nochmal in einem Kurz an der Uni und jetzt bin ich grade dabei, es nochmal zu lesen.

    Ich habe Klassiker verschlungen, bevor ich dann mit Twilight angefangen habe. Das war dann der Eintritt in die Young Adult Welt. Seitdem habe ich keine Zeit mehr für Klassiker, weil es einfach so viele ya Bücher gibt, die ich lesen will:)

    Schön, dass dir das Buch doch noch gefallen hat. Der Anfang ist ein wenig schwer (besonders auf Englisch), bis man da rein kommt, aber am Ende wird man belohnt.

    Hast du Pride and Prejudice gelesen?

    A must!

    Übrigens – schau dir mal den Film Jane Eyre (mit Mia Wasikowska) an (falls du es noch nicht getan hast). Klasse Leistung!

    • Wirklich? Dein Lieblingsbuch und auch schon mehrmals gelesen? Wow, naja, ich fand es auch nicht schlecht, besonders später konnte es doch überzeugen, aber als Lieblingsbuch würde ich es für mich nicht betiteln, dazu ist zu wenig Spannung aufgekommen oder hatte ich zu große Probleme mit der alten Schreibweise. Aber schön, wenn es dir gefällt.

      Nein, noch nicht, möchte ich aber noch für die 100-Bücher-Challenge lesen, genauso wie Sturmhöhe. Muss mich ja auch mit den Klassikern auseinandersetzten😀
      Danke, werde ich mir mal anschauen, wenn ich Zeit habe. Bin gespannt🙂

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