[Rezension] Vergiss den Sommer nicht

Vergiss den Sommer nicht

(© goodreads)

Second Chance Summer

(© goodreads)

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‚Vergiss den Sommer nicht‘
von Morgan Matson

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Inhaltsangabe:

Immer wenn es brenzlig wird, hat Taylor genau eine Lösung: Sie rennt weg. Doch jetzt ist es die Zeit, die ihr davonläuft. Ihr Vater hat nur noch wenige Wochen zu leben und einen Wunsch: Diesen letzten gemeinsamen Sommer soll die Familie in Lake Phoenix verbringen – so wie früher. Taylor liebt den funkelnden See mit seinen duftenden Wäldern, den Abenden am Strand … doch vor 5 Jahren, hat sie dort nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch ihre erste Liebe enttäuscht. Nun versucht Taylor, all das wiedergutzumachen – und diesen Sommer festzuhalten, die letzten Tage mit ihrem Dad, die unwiederbringlich schwinden … (Source: Goodreads.com)

Meine Gedanken zum Buch:
Wie immer sind die Bücher von Morgan Matson sehr gut und schnell lesbar, obwohl sie eine schöne Schreibweise hat mit genau der richtigen Art und Weise Formulierungen zu schreiben, ohne dass es gekünstelt wirken würde oder zu viel wäre. Außerdem hat sie ein Talent dazu, in ihren Texten die Gefühlswelt und Emotionen der Protagonisten zu wiederzugeben, sodass man als Leser mit ihnen fühlt, von der ersten bis zur letzten Seite. Dabei erschlägt sie einen aber nicht, sondern geht es sehr sachte uns sensibel an.

Obwohl mich auch hier der Schreibstil/ -weise von Matson mehr als überzeugen konnte, hat mir leider das Buch generell nicht so gut gefallen, wie ihr erstes Buch ‚Amy on the Summer Road‘, weil es hier doch trauriger war, die Hoffnung mit jeder Seite mehr verblasste, anstatt umgekehrt und hier auch nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund stand. Viel mehr ging es darum, die Familienbande wieder neu zu stärken, sich gegenseitig wieder besser kennen zu lernen, Zeit mit einander zu verbringen, die in dieser Weise mit allen gemeinsam begrenzt ist.

Es zeigte aber auch eine Entwicklung der Figuren und ihr erwachsen werden. Obwohl Taylor etwas schwierig ist und besonders am Beginn nicht wirklich mit ihren Dialogen punkten kann, mochte ich sie. Sie hat sich sehr gewandelt, von einem Teenager, der immer bei allen Schwierigkeiten davon gelaufen ist, sich vor Problemen verschlossen hat oder wenig Nähe zuließ. Erst als ihr nichts anderes mehr übrig bleibt und sie sich dem nähernden Tod ihres Vaters, dem letzten Sommer mit ihm und ihrer Familie als Gesamtpaket, stellen muss, wird sie auch erwachsen. Zuerst wirkte Taylor sehr verloren, aber später konnte sich selbst finden. Sie beginnt nicht nur sich selber zu verändern, sondern schafft es dadurch auch, wieder alte Freundschaften zu kitten und eine verlorene Liebe zu entdecken. Nicht nur bei Taylor konnte man sehr gut die Veränderung erkennen, sondern auch bei ihren Geschwistern Warren oder Gelsey, fand ich es gut gemacht.

Henry war auch ein netter Charakter,  obwohl er nicht so im Vordergrund war und ich gerne mehr von ihm erfahren, bzw. mehr von ihnen als Paar gehabt hätte. Aber es hat trotzdem gepasst, obwohl ich ja sonst immer auf Kitsch und viel Liebelei stehe, war es im angemessenen Masse, da sich das Buch eigentlich um etwas anderes gedreht hatte.

Und hier hat mich Matson komplett erwischt, da es mir nicht nur einmal auf die Tränendrüse gedrückt hat, sondern es mehrere, wirklich traurige, sentimentale Stellen gab, die mich mitgenommen haben. Was zu erwarten war, aber trotzdem hätte ich nicht mit dieser Intensivität gerechnet. Es zeigt einem, wie kurz das Leben sein kann und man nicht alles für Selbstverständlich nehmen soll, denn plötzlich kann ein Film oder ein Buch, das letzte sein, den du siehst oder das du liest. Und man stellt sich auch unweigerlich selber die Frage, ob man den Menschen in seinem Leben auch wirklich die Aufmerksamkeit schenkt, die sie verdient haben, wenn man noch gemeinsam Zeit verbringen kann, die Chance dazu hat. Vielleicht ist es irgendwann zu spät, also sollte man die Gegenwart nutzen und für das jetzt und Heute dankbar sein. Eine sehr schöne Message, die einem wirklich zum Nachdenken anregt.

Cover:
Sehr gutes, passendes Cover, obwohl es nach einer leichten Liebesgeschichte anmutet, die es definitiv nicht ist. Trotzdem gefällt es mir und schaut gut aus.

All in all:
Eine Geschichte über Beziehung zwischen Vater und Tochter, Familienbanden und über das Abschied nehmen. Es war zwar alles zusammen keine lockere Sommergeschichte, aber auf alle Fälle ein Buch, das bei mir Spuren hinterlassen hat und mich noch länger beschäftigen und zum Nachdenken bringen wird.

Rating:
3,5 of 5 points – (I really liked it)
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Quotes: (© Morgan Matson)

Taylor: Es war dasselbe Gefühl wie beim Betreten unseres Hauses: die Erkenntnis, dass etwas, bloß weil man es hinter sich lässt, nicht verschwindet.
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 Taylor: „Also, falls du vorhast, mit ihr essen zu gehen, erwähnst du einfach, dass du eine ganz tolle Pizzeria kennst. Und dann sagt sie hoffentlich, wie furchtbar gern sie Pizza isst, und dann lädst du sie halt ein, mit dir Pizza zu essen.“
„Gut.“ Warren nickte. Nach einer kurzen Pause fragte er: „Und wenn sie nun keine Pizza mag?“
Ich stieß einen tiefen Seufzer aus. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass mein Bruder einen IQ fast im Geniebereich hatte – nach diesem Gespräch hätte ich es nie und nimmer geglaubt.
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Taylors Dad: Und außerdem ist mir klar geworden, dass die Beatles Unrecht hatten. Liebe ist nicht das Einzige, was man braucht, sondern das Einzige, was wirklich zählt
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Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an:

© Random House

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© Goodreads

About the author – Morgan Matson:
Morgan Matson grew up in New York City and Greenwich, Connecticut. Amy & Roger’s Epic Detour, inspired by Morgan’s three cross-country road trips, was published in May 2010. It has since been published in five different languages and six different countries.
In the meantime, Morgan moved back to California, went back to school again and in 2011 received an M.F.A. in Screenwriting from the University of Southern California.
Her second book, Second Chance Summer, was published in May 2012. Morgan currently lives in Los Angeles, though she loves to travel and does it whenever she can. (Source: Goodreads.com)

Visit her Website »»

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Veröffentlicht am 24.06.2013 in * Deutsche Rezis, Cont. Romances, Jugendbücher, Liebesgeschichte und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Das hört sich trotz der traurigen Stimmung doch nach einer schönen und vor allem ergreifenden Geschichte an. Werde ich mir für den Sommer auch mal merken, denn im Winter mag ich solch traurige Geschichten eigentlich nicht so. Und die Zitate sind auch sehr schön!

    • Stimmt, ergriffen hat es mich und unter ’schön‘ versteht ja jeder etwas anderes. Mir hat Amy on the Summer Road um einiges besser gefallen, aber ich mag trotzdem Matsons Schreibweise, auch wenn es hier etwas langatmig und schon fast zu viel an schönen Beschreibungen und Vergleichen war. Naja, für den Sommerurlaub weit weg, würde ich es nicht mitnehmen, sondern irgendwo lesen wo du alleine bist + mit einer Packung Taschentücher🙂

      • In diesem Zusammenhang habe ich mit schön tatsächlich die Idee und vor allem den Schreibstil gemeint, von dem ich über die Zitate zumindest einen ersten Eindruck bekam. Und ich habe auch eher an Balkonien gedacht als perfekten Ort, da kann ich in Ruhe mit den Tränen kämpfen, wenn es so weit kommen sollte. Aber trotzdem brauche ich dafür schönes Wetter, sonst bin ich gleich doppelt deprimiert😉
        Liebe Grüße, Melli

        • oh gut, dann versteh ich dich jetzt besser – und ja, die Schreibweise ist bei Matson ein eindeutiges Plus und sie hat Gefühl in ihren Worten, was nicht jeder Autor schafft.

          naja, ich habe ehrlich gesagt nicht viel vom Wetter rund um mich mitbekommen, als ich es gelesen habe… aber wenn ich jetzt so nachdenke, würde es doppelt schlimm sein, wenn man es an kalten Wintermonaten liest… stimmt – da könnte eine leichte Deprission folgen.

          So – zurück zu meiner Frage: Hast du Amy on the Summer Road von Matson schon gelesen?

          LG

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