[Nano] Plot: Ja oder nein? – Update #2

© http://www.nanowrimo.org

Plotten oder – Wie finde ich die richte Basis zwischen guter Vorbereitung und des ‚einfach drauf los Schreibens‘?

Ich denke alle, die sich schon mit dem Thema ‚Geschichten schreiben‘ befasst haben, ist der Begriff ‚Plot‘ bekannt und hat sich in seinen kleinen, dunklen Kämmerlein darüber seine Gedanken gemacht. So auch ich. Voriges Jahr war mein erstes NaNo Jahr und ich bin fast ohne einen Plot in die Sache gestürzt. Alles was ich von der Geschichte wusste, war der Anfang, das Ende und die groben Züge der Charaktere… und erst während dem Schreiben, habe ich auch meine Figuren richtig kennengelernt und sind mir die Handlung und die Geschehnisse eingefallen und ich habe sie, wie es mir gefallen hat, aufgeschrieben oder wieder verworfen. Und ich muss sagen, ich hatte dabei wirklich einen riesigen Spaß und es war für mich fast so, als ob ich ein Buch lesen würde und erst selber, durch das Schreiben, erfahren, was als nächstes passiert – was es auch für mich total spannend machte. Daher war an eine Schreiblockade gar nicht zu denken und ich war immer gut in der Zeit mit dem NaNo Wordcount.

Natürlich ist diese Art des Schreibens ein totales ‚no-go‘ – ich meine, wenn man sich hilfestellende Bücher über das Schreiben durchliest, ist das was ich getan habe, einfach nicht die normale Herangehensweise an eine längere, aufbauende Geschichte (obwohl es funktioniert hat ^^).

Lange Rede – kurzer Sinn:
Für den heurigen NaNo 2012 wollte ich perfekt vorbereitet sein und mich an Ratschläge aus diversen Schreibbüchern halten und habe deshalb bereits im Frühjahr/ Sommer meinen Plot ausgearbeitet. Komplett – mit Handlungsverlauf, den einzelnen Highlights, die Charaktererstellung mit deren Geschichte – einfach alles! Ich kenne meine neuen Figuren bereits in und auswendig; ich liebe sie und weiß vermutlich mehr von ihnen, als von den Figuren aus meiner vorigen Story.
Also dachte ich, ‚wow‘ – da wird mir das Schreiben wie von selbst von der Hand gehen und ich werde bereits nach zwei Wochen die 50.000 Wörter geschafft haben -> träum weiter!

Ich hatte noch nie solche Probleme beim Schreiben einer Geschichte, wie zurzeit. Die Szenen sind zwar da und auch einige Dialoge und der rote Faden liegt vor mir, aber immer, wenn ich mich an den Laptop setzte und den Cursor anstarre, der so unverhohlen blinkt und mich verhöhnt, kommt fast nichts raus. Meist brauche ich ca. eine halbe Stunde, in der ich mich langsam annähre und erst danach kommen die Sätze leichter … aber es dauert trotzdem viel länger als voriges Jahr.  Etwas, dass mich total aus dem Konzept bring und mich verwirrt und ich mir daher unweigerlich die Frage stelle – ob ich zu viel Vorbereitung betrieben habe? Bereits die Geschichte in meinem Kopf zu oft, zu detailiert durchgespielt habe, dass, wenn ich sie aufschreiben möchte, es dem Gehirn langweilig erscheint und mir nichts mehr davon wiedergibt?
Habe ich zu viel/ genau geplottet?

In einem Buch über das Schreiben habe ich einmal gelesen, dass man gute Szenen oder eine Geschichte nie jemanden laut erzählen soll, bevor sie niedergeschrieben ist, da das Gehirn registriert, dass die Information abgespielt/ nach außen getragen wurde und es sie dann quasi ‚abhackt‘ und als erledigt ansieht. Und wenn man sich dann hinsetzt, um das Erzähle aufzuschreiben, nichts mehr kommt bzw. nicht mehr in dem Ausmaß und der gleichen Qualität, wie zuvor (weil es für das Gehirn eben schon erledigt und irgendwo im Abgrund abgetaucht ist…)

Und irgendwie fühle ich mich genau so, wie gerade beschrieben, nur dass ich es nicht erzählt, sondern nur immer wieder durchgedacht habe… *seufz* Hoffe ich finde dazu noch irgendeine gute Lösung.:/

Wo wir beim nächten Punkt wären, dass mir oft, total oft, die besten Szenen und Dialoge einfallen, wenn ich gerade beim Einschlafen bin oder von oder zur Arbeit gehe, mit meinen iPod-Stöpseln im Ohr. Bisher habe ich mir gedacht, ich brauch mir das nicht sofort aufschreiben, das merke ich mir schon, bis ich an dieser Stelle angelangt bin,… aber das ist leider nicht der Fall.:/
Sicher, die Grundidee ist da, aber nicht mehr der gleiche Dialog oder gleicher Verlauf, der mir beim ersten Einfall so gut gefallen hat. Plane aber nun zumindest neben dem Bett einen Block, Stift und Taschenlampe zu positionieren. Irgendwie muss man sich ja helfen.😉

Tja, da stehe ich nun und weiß nicht recht weiter. Der Nano geht für mich daher leider nur schleppend voran und ich bewege mich noch immer bei ~8.000 Wörter. Trotzdem hoffe ich auf das kommende Wochenende, denn ich möchte nicht nur aufholen, sondern vielleicht auch gleich ein wenig voraus schreiben – wir werden sehen, wie dieser Plan aufgeht.

Fragen an euch:
Was sagt ihr zu diesem Thema der richtigen Vorbereitung zum Schreiben?
Plottet ihr oder schreibt ihr einfach drauf los, oder wie haltet ihr die richtige Balance?
Habt ihr immer etwas zum Schreiben dabei, um sofort jede Idee festzuhalten?

Bis bald, xx Tina

© http://www.nanowrimo.org

Veröffentlicht am 09.11.2012 in Anfragen/Hilfe, NaNo WriMo, Schreiben/Plotten und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Mir fallen die besten Ideen immer draußen beim Spazieren ein. Eine Freundin meinte mal, ich soll mir ein Diktiergerät anschaffen und immer bei mir tragen. Wenn die Idee kommt wird sie schnell aufgenommen und Zuhause abgespielt und aufgeschrieben. Das sieht vielleicht im Bus oder sonst wo sehr doof aus, aber na ja🙂 Liebe Grüße und viel Erfolg beim Schreiben!

    • oh, genau – da geht mir auch so. Also nicht wenn ich sparziere, aber beim Laufen gehen gleichzeitig Musik höre- da hüpfen mir dann auch immer Szenenn/ Dialoge in den Kopf. Stimmt, stimmt. Aber ein Diktiergerät ist nix für mich, da kann ich sowieso nicht reden, wenn mir jemand zuhören sollte, außerdem ist es schwierig die Gedanken wo rauf zu sprechen, da geht das Aufschreiben leichter.
      Dankeschön, lieb von dir. I’ll keep you updated😉

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